„Rebirth of painting. Gonzaga und Mantegna“ von Andrin Bührer
Bilder, die starren dich an, sie ziehen dich in die Tiefe, sie wollen etwas erzählen.
In der Zeit der Frührenaissance kam die Perspektive auf. Den bis dahin flach wirkenden Gemälden wurde Leben eingehaucht. Zuständig für diese Arbeit war Andrea Mantegna. Er wurde von Ludovico Gonzaga als Hofkünstler engagiert. Das grösste Werk von Mantegna ist die Camera degli Sposi. Im «Hochzeitszimmer» (Empfangszimmer) sind alle vier Wände inklusive Decke mit Fresken versehen. Jede Wand erzählt einen Teil der Geschichte des Hofes. Damit wurde die Camera degli Sposi zum angesehensten Raum im Palazzo Ducale.
Die Fresken und ihre Geschichten sollen mittels Augmented Reality wiederbelebt werden. Die Teilbilder und Personen werden als dreidimensionale Körper im physischen Raum animiert. Diese vermischte Realität von Hologramm und Raumarchitektur versetzt die Besucherinnen und Besucher in die Zeit der Gonzaga zurück. Die Hologramme erzählen die Geschichten der Gemälde, Protagonisten sind die dargestellten Personen.
Wird das Fresko als Filmstil betrachtet, so wird das Bild zum Film rekonstruiert – ein auditiv-visuelles Kopfkino. Der Betrachter soll darauf hingewiesen werden, dass alle Bilder leben, jedoch nur durch seine Phantasie in Bewegung gebracht werden. Die Botschaft: Interpretiere! Sonst bleibt ein Bild nur ein Bild.